Steinbeis-Europa-Zentrum: Forschung für KMU

Unternehmen können Forschungsleistungen mit EU-Geldern finanzieren.
Steinbeis-Europa-Zentrum, KOWI und die Nationalen Kontaktstellen für KMU und Mobilität informierten am 30.09.09 in Stuttgart über Forschungsförderung für Unternehmen und Hochschulen in Europa.

Das Programm „Forschung für KMU“ der Europäischen Kommission fördert grenzüberschreitende Projekte mit dem Ziel, die Beteiligung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) an den europäischen Programmen zu erhöhen. Es ist speziell auf die Bedürfnisse von KMU zugeschnitten, die selbst nicht über ausreichende Forschungskapazitäten verfügen, um ein innovatives Produkt oder Verfahren zur Anwendungsreife zu entwickeln.

„Das Programm ist im Gegensatz zu den thematischen Programmen des 7. Forschungsrahmenprogramms ein themenoffenes Förderinstrument und daher für Antragsteller besonders interessant, weil eine Projektidee nicht in starre thematische Vorgaben eingepasst werden muss“, betonte Prof. Dr. Höptner, Leiter des Steinbeis-Europa-Zentrums bei der Begrüßung von rund 100 Teilnehmern am 30.September im Stuttgarter Haus der Wirtschaft. Aus der Themenoffenheit ergebe sich auch die Möglichkeit, abgelehnte Projektanträge verbessert erneut einzureichen, was für Antragsteller eine deutliche Arbeitsreduzierung bedeute.

„Das Programm ist überaus interessant auch für Hochschulen und Forschungseinrichtungen“, so Höptner, „denn diese können als Koordinator, Partner oder Forschungsdienstleister teilnehmen“. So koordiniert zum Beispiel das Fraunhofer Institut für Bauphysik in Stuttgart das EU-Projekt „INNOSOUND“ und entwickelt für zehn kleine Orgelbauunternehmen in Europa innovative Verfahren und Werkzeuge zur Klanggestaltung und Dimensionierung von Orgelpfeifen. Das Fraunhofer Institut für Chemische Technologie in Pfinztal entwickelte im 6. Forschungsrahmenprogramm als Projektkoordinator ein Recyclingverfahren von hochwertigen Kunststoffen aus elektronischen Abfällen gemeinsam mit acht weiteren Partnern aus Frankreich, Deutschland, Spanien und Italien.


KMU profitieren von den Forschungstätigkeiten der Forschungsinstitute und Hochschulen, zumal die Forschung zu 100 Prozent von der EU gefördert wird. So zum Beispiel die Synovo GmbH in Tübingen im Bereich medizinischer Therapien und die Hohenloher Forstmaschinen GmbH in Neukupfer. Der Mittelständler forschte mit 14 weiteren Partnern in Europa, darunter sechs weitere KMU. Ergebnis war ein ökologisches innovatives Holzernteverfahren für die europäische Forstwirtschaft. Die durch das Projekt entstehenden Forschungsergebnisse gehören den KMU. Sie erhalten das technologische Know-how und die Rechte an der Entwicklung.


Die nächste Antragsfrist der EU im Programm „Forschung für KMU“ ist der 3. Dezember 2009. Für diesen Aufruf stellt die EU 137 Millionen Euro Fördergelder zur Verfügung. Das Steinbeis-Europa-Zentrum berät alle interessierten Akteure bei der Antragstellung und ist bei der Suche nach geeigneten Partnern in Europa behilflich. Auf Nachfrage übernimmt es darüber hinaus das administrative und finanzielle Projektmanagement. Am 9. Oktober bietet ein Proposers’ Day in Stuttgart und Karlsruhe Gelegenheit zu Einzelgesprächen. Wer im Bereich erneuerbare Energien forscht und mit Europa zusammenarbeiten möchte, kann sich am 1. Oktober auf dem Informationstag zum thematischen Programm Energietechnologien über Fördermittel informieren. Am 18.11.09 veranstaltet das SEZ gemeinsam mit der MFG Baden-Württemberg einen Informationsabend zu den Fördermöglichkeiten im Themenbereich Informations- und Kommunikationstechnologien.



Quelle: Pressemitteilung Steinbeis-Europa-Zentrum vom 30.09.2009